In einem Pilotprojekt übernahmen Auszubildende zum/zur Diätassistent*in erstmals die Lehre für Medizinstudierende – sie erstellten Lehrmaterial, vermittelten Theorie und leiteten in der Lehrküche an.

Erstmalig wurde das Wahlpflichtfach „Ernährungsmedizin in der interdisziplinären Lehre“ angeboten, das Studierenden praxisnahe Einblicke in die Ernährungstherapie ermöglicht und aktiv zur Förderung von interprofessionellem Lernen beiträgt. Dabei übernahmen drei Auszubildende zur/zum Diätassistent*in die Rolle der Lehrenden und vermittelten zehn Medizinstudierenden im 3. Semester praxisnahes Wissen zur Ernährungstherapie.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Allgemeinmedizin und der Schule für Diätassistent*innen unter der Leitung von Dr. Julia Markman und Stefanie Rupietta entwickelten die Auszubildenden für das zweiwöchige Blockpraktikum eigenständig Lehrmaterialien, Fallbeispiele und Rezepte und leiteten praktische Einheiten in der Lehrküche an. Das Lehrkonzept ermöglichte beiden Gruppen einen Perspektivwechsel: Medizinstudierende erhielten Einblicke in die konkrete ernährungstherapeutische Praxis, während die Auszubildenden erste Erfahrungen in der akademischen Lehre sammelten und ihre didaktischen Kompetenzen stärkten. Erste Evaluationen der Veranstaltungen zeigen, dass diese Form des interdisziplinären Austauschs das Verständnis für unterschiedliche Berufsrollen im Gesundheitswesen fördert und die Lehre durch die Studierenden auf Augenhöhe wahrgenommen wird.

Ein besonderer Fokus lag auf der Verbindung von Theorie und Praxis. Die gemeinsam erarbeiteten Inhalte zu verschiedenen Themen wurden direkt praktisch in der Lehrküche umgesetzt, zum Beispiel wurde beim Thema Mangelernährung mit energieangereicherten Drinks verschiedene Speisen zubereitet. Auf diese Weise wurde Ernährungsmedizin nicht nur als theoretisches Konzept vermittelt, sondern als integraler Bestandteil der Patient*innenversorgung erlebbar gemacht.

Das Wahlpflichtfach wird im Rahmen des Programms „Lehr-Lern-Innovationen an der UDE“ gefördert und soll fest in die Ausbildung der Diätassistent*innen sowie in das Medizinstudium integriert werden. Im Zuge der Förderung wurde zudem eine mobile Lehrküche angeschafft, die flexibel in der Lehre eingesetzt und über das Institut für Allgemeinmedizin ausgeliehen werden kann.

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie innovative Lehrformate zur Stärkung interprofessioneller Kompetenzen beitragen und die Ernährungsmedizin nachhaltig in der medizinischen Ausbildung verankern können.

Text: Julia Markman

Übersicht: NewsletterErstellt am: 30.03.2026