
Qualitative Forschung verstehen
Was bewegt Menschen wirklich? Qualitative Forschung hilft, hinter Zahlen und Statistiken zu schauen und die Perspektiven, Erfahrungen und Bedeutungen von Menschen zu verstehen. Dieser kurze Beitrag zeigt wie qualitative Forschung am ifam umgesetzt wird, warum sie gerade für die Praxis wertvoll ist und wie sie dabei hilft, neue Einsichten für den Berufsalltag zu gewinnen…
| Qualitative Forschung ist eine Methode der Sozialforschung, die sich auf das Verstehen von Phänomenen aus der Perspektive der beteiligten Personen konzentriert. Im Gegensatz zur quantitativen Forschung geht es darum, komplexe, subjektive Erfahrungen und Bedeutungen zu erfassen. Ziel ist es, tiefere Einblicke in die Perspektiven, Gefühle und Handlungsmuster von Menschen zu erhalten. Die qualitative Forschung in der Allgemeinmedizin beschäftigt sich mit den Erfahrungen und Perspektiven von Patient*innen, medizinischem Personal und Hausärzt*innen sowie den strukturellen, organisatorischen und inhaltlichen Aspekten medizinischer Praxis. Häufige Methoden sind z. B. die Durchführung von Interviews und Gruppendiskussionen, die Analyse von Texten und Videos oder Beobachtungen. Durch das offene, explorative Vorgehen können dadurch Erkenntnisse gewonnen werden, die mit rein quantitativen Methoden nur schwer zugänglich wären. Anstatt mit vorab definierten Hypothesen zu arbeiten, leitet eine offene, forschungsleitende Frage an das Thema heran. Dies ermöglicht eine tiefe und oft unerwartete Auseinandersetzung mit dem Untersuchungsgegenstand. Dadurch erhalten wir ein umfassendes Verständnis über die Bedürfnisse und Wahrnehmungen der Menschen – die für die hausärztliche Praxis von großer Relevanz sein können. Die AG „qualitative Forschung“ am ifam hat es sich zur Aufgabe gemacht explorative und praxisorientierte Forschungsfragen zu verfolgen und nach den Geschichten und Kontexten, die hinter den Zahlen stehen zu suchen. In Analyse- und Interpretationsgruppen arbeiten wir gemeinschaftlich – aus der Perspektive verschiedenster Professionen – an Projekten und neuen Fragestellungen. |
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Alessia Dehnen
Text: Alessia Dehnen
Übersicht: NewsletterErstellt am: 19.01.2026